Wie stehen wir zu Europa

                 Wie stehen wir zu Europa?

 

Jeder vernünftige Mensch ist für Europa!

Keinem aufgeschlossenen Menschen kann Europa auch nur gleichgültig sein!

Wo ist also das Problem?

Das Problem besteht darin, dass es verschiedene Formen von Europa gibt und die tonangebenden Kreis

allejenen, die nicht ihre Vorstellung von Europa teilen, unterstellen, gegen Europa zu sein.

                                                  Das ist perfide!

 

Wer für einen europäischen Staatenbund ist, ist gegen Europa.

Wer für den Erhalt der Nationalstaaten ist, ist gegen Europa.

Wer für das Subsidiaritätsprinzip ist, ist gegen Europa.

Wer für den Austritt aus der Eurozone, ist gegen Europa.

Wer gegen die Vergemeinschaftung der Schulden ist, ist gegen Europa.

Wer gegen die unbeschränkte Personenfreizügigkeit ist, ist gegen Europa.

Wer nach dem Brexit-Desaster für eine Beschränkung der Brüsseler Befugnisse

Ist, ist gegen Europa.

                                              Das ist infam!

 

Der höchste gesellschaftliche politische Wert ist seit dem 2. Weltkrieg die Demokratie. Da alle europäischen Völker gegen die Aufgabe ihres nationalen Staates sind, haben die Eurokraten das Problem, den europäischen Bundesstaat ohne Volksabstimmung herbeizuführen. Die Lösung besteht darin, peu a peu immer mehr Befugnisse auf die EU zu verlagern, so dass es heute schon heißt, 90% werde in Brüssel entschieden.

                                             Das ist hinterhältig!

 

Aber ist Frieden nicht noch wichtiger als Demokratie?

Haben EU und Euro uns nicht den Frieden gesichert?

60 Jahre Römische Verträge = 60 Jahre Frieden, wie es jetzt heißt?

Doch den Frieden hat nicht die EU gesichert und schon gar nicht der Euro; er ist vielmehr auf die allgemein anerkannten Grenzen, die internationalen Bündnisse und Institutionen zurückzuführen. Dass auf dem Höhepunkt der atomaren Rüstung und des Ost/West Gegensatzes in Deutschland nicht die Lichter ausgingen, ist nicht der EU zu verdanken. Aber sind Frieden und Freundschaft wenigstens in den Euroländern gestärkt worden? Das Gegenteil ist richtig, weil die südlichen Länder Deutschland für ihre finanzielle Misere verantwortlich machen. Das schönzureden ist

                                                   Volksverdummung!

 

Fast alle Fachleute halten heute die Einführung des Euro für einen Fehler. Der Hauptgrund ist die bekannte Tatsache, dass die unterschiedliche volkswirtschaftliche Entwicklung der betreffenden Länder nicht mehr über die Wechselkurse angepasst werden kann. Die Bundesregierung sowie die Profiteure behaupten jedoch, Deutschland sei der größte Nutznießer des Euro und verweisen auf den gestiegenen Export. Dabei wird regelmäßig unterschlagen, dass auch die Ausfuhr in die Nicht-Euroländer gestiegen ist und relativ sogar stärker. Vor allen Dingen aber ist entscheidend, was „unter dem Strich“ herauskommt. Denn mit dem Euro hängen unzweifelhaft zusammen:

    Die riesigen Bürgschaften insbesondere gegenüber Griechenland,

    die irrsinnige Aufblähung der Geldmenge durch die Europäische Zentralbank

    der hochgefährliche Anstieg der deutschen Forderung gegen andere Euro-

    länder („Target-Saldo“),

    die – trotz vorübergehend niedriger Inflation – enormen Verluste der

    deutschen Sparer, Lebens / Rentenversicherungen und Pensionskassen.

                                      Das ist unverantwortlich!

 

Perfidie, Infamie, Hinterhältigkeit, Volksverdummung und Unverantwortlichkeit sind nicht der richtige Weg zu einem freundschaftlichen und gedeihlichen Europa, das wir uns alle wünschen!

Jörn Seinsch, KV Oberberg, 3.4.2017